1981, beim zwölften Film, war James Bond besser als je zuvor, was vorwiegend der Regie von John Glen zu verdanken ist, der zum Stil der frühen Bond-Thriller zurückkehrte: mehr Spannung, weniger Komik. Wieder dabei, verlieh Drehbuchautor Richard Maibaum Roger Moores Rolle mehr Substanz. Statt kostspieliger Bauten und Wunderwaffen gab es exotische Drehplätze und überzeugende Action-Szenen, bei denen Bond die Haare zu Berge standen. Er wird pausenlos niedergeschlagen, von Haien und Feinden angegriffen, schneidet sich an einem Riff, wird mit einem Hockeyschläger verprügelt, von speertragenden Fischern und waffenstarrenden Hafenarbeitern umlagert und muss in Korfu mit einer schlichten Ente 2CV durch die engen Gassen kurven, um den Ganoven zu entkommen, die im Auftrag von Kristatos (Julian Glover), der für die Russen arbeitet, Bond daran hindern sollen, das Raketenlenksystem A.T.A.C. wieder in englische Hand zu bekommen, nachdem Agent Havelock ermordet wurde. Tochter Melina (Carole Bouquet) will Rache üben und schließt sich Bond an, der Kristatos bis in ein schwer zugängliches Bergkloster verfolgt. Die tollkühne Klettertour übernahm Stuntman Rick Sylvester. Es war eine noch halsbrecherische Aufgabe als der Sprung über den Asgard ("Der Spion, der mich liebte"), da er, nur mit einem Seil gesichert, 30 Meter in die Tiefe stürzen musste. Kristatos war aber schon auf dem Weg nach Cortina d'Ampezzo, wo die Dreharbeiten wirklich zur tödlichen Mission für Stuntman Paolo Rigon wurden, der im Eiskanal bei rasender Bobfahrt (100 km/h) tödlich verunglückte.
Hörspielbearbeitung von Peter Bondy
Musik: John Barry