--- Kommentar zum Kommentar (bzw. zur Möglichkeit des Kommentierens im Hörspielforum): ---
Es ist schon ein wenig albern - oder traurige Notwendigkeit ? - dass die Annahme des Kommentars nicht möglich ist, wenn gewisse Schlüsselwörter unterdrückt werden, die leider zur Kommentierung der vorliegenden LP nötig sind.
-> Nur zur Erläuterung des nachfolgenden Kommentars:
"H." = die (Un)Person, die auch im Titel der LP genannt ist
"N.-Zeit" = die Zeit in Deutschland zwischen 1933 und '45
'Als H. das rosa Kaninchen stahl' (1973) ist eines der wichtigsten Jugendbücher der 70er Jahre und zu Unrecht heute weitgehend aus den Bücherregalen verschwunden. Meines Erachtens ist eines der wichtigsten Bücher zur N.-zeit - geschrieben aus der Sicht eines Emigrantenkindes. Hier: Judith Kerr (geb. 1923), Tochter des legendären Theaterkritikers im Berlin der zeit zwischen 1910 und 1933, Alfred Kerr (1867-1948). Das Buch schildert die Erlebnisse der Familie auf der Flucht aus Berlin über die Umwege in der Schweiz und Paris bis zur Ankunft in London. (Judith Kerr schrieb noch zwei Folgebände - 'Warten bis der Frieden kommt' 1975 und 'Eine Art Familientreffen' 1979 - die die weiteren Erlebnisse der Familie in der Emigration wiedergeben.)
Als Sprecher agiert einer der ganz Großen der deutschen Schauspieler- und Sprecherzunft: Martin Held (1908-1992). Seine Sprache und sein Schauspiel waren stets herausragend - von den Filmem 'Rosen für den Staatsanwalt' über 'Die Herren mit der weissen Weste' und 'Weihnachtskarpfen Friedrich' bis zum 'Pfingsausflug', gleichermaßen in seinen Bühnenauftritten am Berliner Schillertheater und in seinen Lesungen. An das Charisma seiner Stimme und an seine Sprechkunst kommen nur wenige heran (evtl noch Ernst Schröder).
In Hörspielen war er leider viel zu selten hören - lediglich in den beiden Kästner-Hörspielen 'Der kleine Mann und die kleine Miss' und 'Als ich ein kleiner Junge war'.
Die vorliegende LP-Produktion der Deutschen Gramophon wählt geschickt die Schlüsselszenen des Buches aus - und Held interpretiert hervorragend die Balance des Textes zwischen kindlich-naiver Komik und ernstem Hintergrund. Es handelt sich um eine originalgetreue Lesung des Buchtextes - also um kein HÖRSPIEL, sondern um eine HÖRBUCH, wie man heute sagen würde (damals gab es den Begriff meines Wissens noch nicht). Meine Hörspielwertung: Auf diesen Kommentar antworten »