Seite 1:
1. Vogelhochzeit
2. Zeigt her eure Füße
3. Der Kuckuck und der Esel
4. Hänsel und Gretel
5. Grün, grün, grün sind alle meine Kleider
6. Jetzt steigt Hampelmann
7. Dornröschen
Seite 2:
1. Alle Vögel sind schon da
2. Brüderchen komm, tanz mit mir
3. Wer will fleißige Handwerker seh'n?
4. Zehn kleine Negerlein
5. Schneeflöckchen, Weißröckchen
6. Laßt uns froh und munter sein
7. Wer hat die schönsten Schäfchen
Für Kinder im Vorschulalter sind die sechzehn Stücke dieser Platte bestimmt, die volkstümliches Liedgut aus verschiedenen deutschen Landschaften bietet. Die in bunter Folge gemischten Märchen-, Tanz-, Abend- und Spottlieder sind in Tonhöhe und Tonumfang der Altersgruppe der Vier- bis Sechsjährigen angemessen
- Für große und kleine Leute, empfohlen ab 4 -
Normalerweise gibt der an dieser Stelle stehende Text Erläuterungen und Orientierungshilfen für die Kinder, auf die die jeweilige Platte der Junior-Serie thematisch zugeschnitten ist. Daß er sich hier ausnahmsweise an die Erwachsenen (Eltern, Erzieher etc.) wendet, hat einen einfachen Grund: Diese Platte ist Vier- bis Sechsjährige konzipiert, die wohl nur im Ausnahmefall fließend lesen können.
Zunächst: Die "Sing mit"-Platte ist nicht als bequemes Schenkprodukt gedacht, das ein müder Erwachsener dem Kind in die Hand drückt, um für eine gute halbe Stunde nicht gestört zu werden. Im Gegenteil: Sie fordert vom Erwachsenen Engagement und intensive Beschäftigung mit dem Kind und rechnet damit, daß er selbst die hier aufgenommenen Lieder udn Tänze mit dem Kind singend und spielend gestaltet und es vor nur passiven Hören wegführt. Mit Absicht ist hier also auch kein Kinderchor eingesetzt worden, der mit dem Absingen aller Strophen das fertige Ergebnis liefert. Dieses sollte im gemeinsamen Spiel des Erwachsenen mit dem Kind allmählich entwickelt werden. So fordern einige Tanzlieder geradezu zur Nachgestaltung von Bewegungen im Takt der Musik heraus. Das Lied von den Waschfrauen, die waschen, bügeln, plätten und ähnliche Tätigkeiten ausüben, kann man auch dann ohne große Requisiten nachspielen, wenn ein Kind nur einen Waschautomaten kennt. Oder die Begrüßung des kleinen Hampelmanns, der aus dem Bett steigt und sich im Takt der Musik anziehen kann, ist bei auf Wiederholung des Spaßigen erpichten Kindern ohne Schwierigkeiten auch beim Zubettgehen mit erfundenen neuen Texten zu einer kleinen Szene zu gestalten. Oder: Das Spottlied vom unmusikalischen Kuckuck und dem Esel bietet sich für eine Auflösung in Dialoge an, und die typischen Bewegungen der verschiedenen Handwerker lassen sich - etwa bei einer Geburtstagsfeier - mit gleicher Leichtigkeit als Spiel mit verteilten Rollen darstellen wie das Märchen vom Dornröschen.
Da der Erwachsene anfangs den Text selbst mitsingen muß und den Fortschritt des Kindes beim Lernen beobachten kann, wird er selbst am besten wissen, wann er bei Ermüdungserscheinungen des Jugendlichen mit der musikalischen Früherziehung aufhören muß. Was diese Aufnahme trainieren will, ist ein Mehrfaches: Die Schulung des Gedächtnisses, das Gespür für Tempo, Takt und für die Kongruenz von Musik und Bewegung sowie das Erkennen von Klangfarben. Denn die Liedmelodie ist bei allen Strophen jeweils vom Klavier gespielt und hebt sich damit klanglich von den kleinen Vor-, Zwischen- und Nachspielen der anderen Instrumente ab. Daß die Melodie nicht mit simplem Schrumm-Schrumm untermalt, sondern daß sie gelegentlich harmonisch ausgeweitet und von Gegenstimmen kontrapunktiert wird, soll ebenfalls eine Hilfe bei der Sensibilisierung des Gehörs sein. Vom Klang der Glockenspiele und Xylophone sind schon die Jüngsten heute meist weniger fasziniert als vom Gitarrensound und von tänzerisch swingender Musik. Und da auch deren Eltern wesentliche Erfahrungen mit der Musik der Beatles und anderer Popgruppen gesammelt haben, bleibt zu hoffen, daß die hier zu hörenden Kinderlieder ihnen genauso viel Spaß machen wie ihren Kleinen.
Uwe Kraemer