Ein nächtliches Abenteuer
Nicht nur pfeifen, sondern singen und auch richtig sprechen kann die eigenwillige Lokomotive 1414. Sie macht sich auf und tritt ganz alleine, führerlos, ohne Wagen und ohne Fahrgäste eine Reise an. Und die Stationen ihres abenteuerlichen Ausflugs, bei dem sie unterwegs eine dumme, störrische Kuh mitten auf den Schienen erspäht und wenig schmeichelhaft anspricht und bei dem sie dann von einem Schnellzug gehetzt wird und just im letzten Moment sich auf ein altes, verrostetes Nebengleis retten kann, um morgens heil und pünktlich auf die Minute wieder 8.15 Uhr bei Anton ihrem Lokomotivführer, dienstbereit einzutreffen, gehören in die richtige Märchenwelt. Seit sechsundzwanzig Jahren fährt sie nun schon ohne Mucken, ohne Bocken und Widerrede auf der Strecke zwischen Neustadt und Altstadt. Dabei wäre keine Menschenseele auch nur auf den Gedanken gekommen, dass eine fleißige, brave, folgsame Lokomotive, wie die Lok 1414 ja eine ist, einmal Urlaub haben und sich dann auf einer Spazierfahrt tummeln möchte, wie sich die Buben und Mädchen beim Ballspiel und auf den Rollschuhen tummeln. Ja, und wenn ihr mit euren Eltern verreist und auf dem Bahnhof in den Zug steigt, dann passt gut auf, ob ihr vielleicht die gute, alte Lok 1414 irgendwo unterwegs vorbeibrausen oder auf einem Nebengleis verschnaufen seht.