Das Pferd
Daß unser Pferd noch einiges mit seinem Vorfahr, dem Wildpferd gemeinsam hat, erfuhr unser Tierfreund schon als Junge. Da durfte er den alten Hengst seines Onekls an der Kutschleine führen. Eigenlich war das kein Problem, denn mit dem Spürsinn des Wildpferdes fand der Hengst den einmal eingeschlagenen Weg von allein, weil er ihn bereits kannt. Doch auf einer dieser Fahrten passierte etwas Unerwartetes. Wohl eher aus Langeweile haute der Junge mit den Stiefelhacken an die Holzbretter des Wagen - lauter und immer lauter - bis der Gaul plötzlich durchging. Nur mit Mühe konnte man ihn beruhigen. Hatte er sich bei dem Getrampel etwa verfolgt gefühlt oder wollte er sich dem Gestampfe einer fliehenden Herde anschließen? Sicher ist nur, daß auch dieses Verhalten ein Erbe seiner Vorfahren war, genauso wie das Fußscharren in der Nähe einer Wasserpumpe, das nichts anderes ist als das grabende Scharren der Wildpferde auf der ausgetrockneten Erde, unter der sie Wasser riechen.
Das Huhn
Wer hat nicht schon einmal "du dummes Huhn" geschimpft? Das Gegacker nachgemacht und vom "Federvieh" sprechen hören? Die eigentliche Heimat unserer Hühner ist Indien, wo ihre Vorfahren, die wilden Bankiva-Hühner, noch heut im Bambusdschungel wohnen. Manchmal ist etwas von der Verwandschaft zu spüren, wenn sich ein paar Hüher, statt in den Stall plötzlich zum Eierlegen in eine Gartenhecke zurückziehen.
Kein Hühnerhof ohne Hahn, der mit allen Mitteln und kraftraubendem Hahnenkampf sein Revier gegen andere Hähne verteidigt. Manchmal, wenn der Hahn noch jung ist und kräftige Hennen auf seinem Hof hat, muß er sich auch erst gegen diese durchsetzen. Die Hennen laufen übrigens nicht so wahllos nebeneinander her, wie es den Anschein hat. Da gibt es wie bei den Hähnen erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft.