Antoine de Saint-Exupéry wurde am 29. Juni 1900 in London geboren. Als er nach dem Schulbesuch seinen Militärdienst antrat, wurde er einem Fliegerregiment zugeteilt - und fand so seinen Beruf. Er wurde Postflieger in Frankreich und Südamerika. Im zweiten Weltkrieg emigrierte "Saint-Ex", wie ihn seine Freunde nannten, nach der Besetzung in die USA, wo u. a. auch der "Der kleine Prinz" enstand. Als die Alliierten 1942 in Nordamerika landeten, schloß er sich gleich der Armee des Generals de Gaulle an. Am 31 Juli startete sein Fernaufklärer von der Insel Korsika aus zum letzten Flug: Der Pilot und Dichter kehrte nicht zurück.
Das Märchen vom kleinen Prinzen ist eine Betrachtung über die Liebe und das Leben. Es erzählt von der Begegnung zwischen einem Flieger, der in der Einsamkeit der Sahra verzweifelt versucht, sein havariertes Flugzeug wieder startbereit zu machen, und einem kleinen Jungen, der seinen winzigen Stern mit den drei Vulkanen und der Blume, die er liebt, verlassen hat und auf die Erde gekommen ist. Es ist ein philosophisches und metaphysisches Märchen, voll geheimer Gleichnisse - in einer kindhaft einfachen, bezaubernden Sprache geschrieben. Die Begegnung zwischen dem kleinen Prinzen und dem Fuchs ist die tiefste und ergreifenste des Buches. Sie hat fast biblischen Charakter. Es ist die Philisophie der ewigen, unverwechselbaren Beziehung zwischen zwei Menschen. Durch den ans Wunderbare grenzenden Vorgang, den man Zähmung nennt, sind wir imstande, uns eines Geschöpfes zu bemächtigen, erobern wir ein Herz. Und das Geheimnis, das der Fuchs dem kleinen Prinzen offenbart, ist ganz einfach: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar".
Eva M. Röder
Antoine de Sant-Exupéry widmete seine Erzählung "Der kleine Prinz" seinem Freunde Léon Werth. Die Widmung hat folgenden Wortlaut:
FÜR LÉON WERTH
Ich bitte die Kinder um Verzeihung, daß ich dieses Buch einem Erwachsenen widme. Ich habe eine ernstliche Entschuldigung dafür: dieser Erwachsene ist der beste Freund, den ich der Welt habe. Ich habe noch eine Entschuldigung: dieser Erwachsene kann alles verstehen, sogar für die Bücher für Kinder. Ich habe eine dritte Entschuldigung
dieser Erwachsene wohnt in Frankreich, wo er hungert und friert. Er barucht sehr notwendig einen Trost. Wenn alle diese Entschuldigungen nicht ausreichen, so will ich dieses Buch dem Kinde widmem, das dieser Erwachsene einst war. Alle große Leute sind einmal Kinder gewesen (aber wenige erinnern sich daran). Ich verbessere also meine Widmung:
Für Léon Werth
Als er noch ein Junge war
Deutsch von Grete und Josef Leitgreb
gesprochen von Will Quadflieg
Produktion: Gertrud von Ihne
Aufnahmeleitung: Michna
Aufnahme: Januar 1959, Hamburg
Mit freundlicher Genehmigung des Karl Rauch Verlages, Düsseldorf
Alle Rechte am Werk, insbesondere das Recht zur Rundfunksendung und öffentlichen Aufführung, beim Karl Rauch Verlag.
© 1959 Polydor International GmbH
©1959 Eva M. Röder
Illustrationen: in Anlehnung an die Buchausgabe, erschienen im Karl Rauch Verlag, Düsseldorf
Cover-Design: Werner Koberstein, Hamburg