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27
Juni
2014
geschrieben von:
europi
Gertrud Loos (1916-2000)war, noch bevor sie sich große Verdienste um die Musiktherapie erwarb, als Produzentin für die Deutsche Grammophon Gesellschaft tätig. In ihrer Hörspielfassung von Burnetts klassischem Kinderbuch "Der kleine Lord" standen ihr herausragende Schauspieler/Sprecher zur Verfügung: Heinz Klevenow, Ella Büchi, Benno Gellenbeck. Die Rolle des Cedric übernahm Manfred Kunst, der bereits zwei Jahre früher, 1962, unter Franz Josef Wild in einer Fernsehfassung des Stoffes zu sehen gewesen war.
Loos straffte die Handlung nicht, sie konzentrierte sich vielmehr auf einige wenige Schlüsselszenen, die dann in der beinahe einstündigen Aufnahme breiten Raum einnehmen konnten; die "spannenden" Aspekte des Romans fasste sie in einem Erzähltext zusammen.
Dieses Verfahren erscheint zunächst beinahe widersinnig - ein Hörspielregisseur würde wohl normalerweise gerade umgekehrt verfahren. Ich denke aber, es ging G. Loos nicht um "Spannung", sondern um "Stimmung". Gut möglich, dass der "viktorianische Kitsch", der sich in der Vorlage durchaus finden lässt, eher fallen gelassen werden sollte: Das Resultat spricht für sich.
Natürlich also, dass die Darsteller ihr Bestes gaben - und das war sehr sehr viel.
Kann ein Kind von heute dieses Hörspiel nachvollziehen? Ja, wenn es sich sehr konzentriert, wenn es nicht bereits in der Bild- und Tonflut moderner "Medienästhetik" ums nackte Überleben seiner Phantasie kämpfen musste.
Meine Hörspielwertung:
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